cultural Bricolage men

2013

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Cultural Bricolage  jewellery `13

ist leichtfertiges Zugreifen auf verschiedene Gesellschaften, ist willkürliches Zusammenbasteln unterschiedlicher Kulturen. Nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“ ist ein Bausatz aus Zeichen, Symbolen und Mustern entstanden, der augenscheinlich Unpassendes zusammenführt.

Hallo. Wir sind’s. Eifrige Kolonialisten der Remixwelt, kämpfen martialisch auf dem Kreativschlachtfeld. Im Gleichschritt Misch-Marsch, rechts, links, rechts, links, im Kreis mit Fleiß. Schnappen zu und nach Luft, außer Rand, kommen schwer vorwärts, ohne Verstand, öffnen höflich bestimmt hektisch jede Tür, legitimiert, in Eile, gestalten wir Referenz-Culture. Entwickeln multikulturelle Visionen à la carte, liefern kulturelle Zeichensysteme on demand. Gestern Euroasiatisch, lecker, morgen balkanchinesisch besser, übermorgen Schwarzwaldafrikanisch, neu. Beliefern worldwide, täglich frisch, mundgerecht, an jeden Lifestyle Tisch. Hallo. Wie und warum? Kulturelle Aneignung? Klingt schlimm. Interkulturelle Kompetenzen? Im Sinn. Völkerverständigung? Warum nicht. Internationales Miteinander? Wenn es besticht. Multisoziales Design? Das klingt toll. Machen uns die Taschen mit Gutmenschsein voll. Nehmen ein wenig mehr hier, dort oder da. Maßlos ahnungslos, ist doch egal. Multikulturelles Kauderwelsch, na und? Sieht gut aus, reimt sich, ist wunderbar bunt. Hört bitte auf mit dem Wir-sind-Eins-Geschrei. Schmeckt Euch der graue Einheitsbrei? London, Paris, Mombasa, Trier? Alles gleicht einander, Wo sind wir hier? Hallo. Hier und überall, warten auf den grossen Knall. Hören wie die globale Uhr immer lauter tickt, erkennen, Gesellschaftskritik wird zum Marketingtrick. Haben Schmerzen am Zahn der Zeit, wie wird wohl unsere Wirklichkeit? Schließen die Augen, sehen ein Licht, stoppen erschrocken, Leuchtreklame, gefällt uns nicht. Ab hier, fünfhundert Meter nur: Herzlich Willkommen in der multikulturellen Monokultur.

Credits : Image Fotografie : Gulliver Theis : Haare & Make up : Birgit Kranzl : Model: Pierrot : Postproduktion: Ulf Cantignon : Still Fotographie : Yelda Yilmaz : Grafik : Henriette Herm

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