disciplining design

2015

Disciplining Design

Beschreibt einen neuen Gestaltungsansatz, jenseits von Critical Design oder Inclusive Design. Beim Disziplinierenden Design geht es weder um eine kritische Stellungnahme zu gesellschaftlichen Fragestellungen, noch um die Einbeziehung aller Zielgruppen im Sinne der Inklusion, sondern um die Kreation von Produkten, Dienstleistungen und Moden, die uns in unserem alltäglichen Handeln disziplinieren, kontrollieren und triezen, um uns zu mehr Vernunft und Effizienz anzutreiben. Die Arbeit am ,Besten Ich‘ wird im Imperativ der Selbstoptimierung und dem Ruf nach Disziplinierung und Kontrolle in sämtlichen Lebensbereichen“ (Mair & Stetter et al. 2014) schon eindrücklich sichtbar. Produkte wie Kitchen Safe, Health Tracker und Wheel of Nutrition sind nur Vorboten für derlei Designinnovationen, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Urtyp für Disciplining Design und bereits fest etablierter Bestandteil des Alltagslebens ist der Warnpiep, der uns daran erinnert, uns im Auto anzuschnallen. „Richtige Entscheidungen werden rational berechenbar und anders als bei Abwägen oder  Spontanität, wird die richtige Wahl mehr zum vorhersehbaren Ergebnis“ (ebd.). In dem Artikel „Ich-Ziplin“ der Studienvertiefung Trends des Masters of Arts in Design (Mair & Stetter et al. 2014) wird das große gestalterische Potenzial der neuen Designdisziplin exemplarisch aufgezeigt, denn „disziplinierende Produkte versprechen maximale Leistung, ideale Körper, totale Transparenz, berechenbares Glück – und neue Märkte“ (ebd.).

Judith Mair, Bitten Stetter & Team : “ICH-ZIPLIN“, in: Und nun: die Zukunft, Nr.2, GDI Impuls, Wissensmagazin für Wirtschaft, Gesellschaft , Handel, 2014