was ist das ding?

2013

Was ist das Ding?

Was ist das Ding? ist ein Publikationsbeitrag von Bitten Stetter für Denimpop – Jeansdinge lesen herausgegeben von Katharina Hohmann und Katharina Tietze im Merve Verlag, 2013Was ist das Ding?  untersucht die Jeggings im Kontext unserer Remixkultur , fragt nach Original und billigen Imitat, Referenzen und Dissonanzen.

Jeansdinge sind Gegenstände, die aus Jeans gemacht, mit Jeansstoff bezogen oder deren Oberflächen mit Abbildungen von Jeans bedruckt sind. Es sind Dinge unterschiedlicher Funktion, Bedeutung und Herkunft. Kaum eine andere textile Hülle bietet soviel Projektionsfläche wie die Jeans; keine andere textile Materialikonographie ist derart beredt und universal. 18 Autor_innen widmen ihre Texte je einem Objekt der Sammlung von Jeansdingen, die die Herausgeberinnen seit ein paar Jahren sammeln. Auf essayistische, theoretische oder literarische Art und Weise nähern sie sich den Dingen und befragen sie aus unterschiedlichen Perspektiven.” [Katharina Hohmann und Katharina Tietze 2013]Mit Texten von: Rogers Behrens, Mercedes Bunz, Rupert Gaderer, Carolina Hohmann, Katharina Hohmann, Fritz von Klinggräff, Isabel Kranz, Thomas Meinecke, Wolfgang Müller, Peter Ott,  Nils Röller, Anna-Brigitte Schlittler, Sigrid Schulze, Bitten Stetter, Friedrich Tietjen, Katharina Tietze, Harry Walter, Karoline Walter und Fotos von Manuel Fabritz.
Was ist das Ding?  untersucht die Jeggings im Kontext unserer Remixkultur , fragt nach Original und billigen Imitat, Referenzen und Dissonanzen.
“Echt. Echt ist an dem Ding so gut wie nichts. Nur die Beine, der Schritt, das Blau. Will so tun als ob, will so sein wie. Will zu gleichzeitig zwei Gruppen angehören. Ist bi-elastisch. Nachahmer. Glatt wie ein Aal. Hält nicht, was es verspricht. Hochstapler. Will alles. Kann nichts. Billige Kopie. Lächerlich. Sie ärgert mich.
[...]
Das heißt, dieses groteske Ding hat es durch seine unabsichtlich oder absichtlich übersteigerte Trivialität aus dem „Vorhöfen des Stils“ bis an die „Schwelle des Heiligtums“ geschafft.Ein bewusstes Duplikat mit Humor. Eine Parodie, keine ernstzunehmende Fälschung. Ein ironisches Abbild der Alltagswirklichkeit, ein spöttischer Jeansprint auf einer Fitnesshose. Eine übertreibende Nachahmung mit komischer Wirkung. Vielleicht sogar eine schlaue Satire, die zugleich Gesellschaftskritik übt. Die sich mit einem Augenzwinkern auflehnt gegen den blauen Konformismus im Rampenlicht der Individualität und Kritik übt an dem Meer von Pseudos und Fakes, die sich alle miteinander am ehemals hart arbeitenden und aufmüpfigen, nonkonformistischen Charakter des Originals bedienen.”  [Was ist das Ding? Bitten Stetter]