mode macht politik (MA)

2013

MASTERPROJEKT TRENDS – BIANCA TRAUB

Mode Macht Politik – Analyse und Decodierung des medialen und öffentlichen Diskurses im Spannungsfeld von Politik und weiblicher Erotik.

Mode an sich ist nicht nur äußere Hülle, Mode interagiert im Wandel mit ihrer Zeit, der Gesellschaft, Politik,
Wirtschaft und Kultur. Das Power Dressing ist ein Dresscode, der eine bewusste Haltung von Autorität, Kompetenz und Intelligenz in Machtpositionen nach außen transportieren soll. Ein Begriff, der in der Ära von Margaret Thatcher geprägt wurde. Der Einfluss von Frauen nimmt in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur massiv zu und hat enorme Folgen für die Geschlechterrollen und bisherigen Machtgefüge. Im Kontext des aktuellen Megatrends Female Shift findet eine Verlagerung von Entscheidungskompetenzen und Einflussmöglichkeiten statt. Eine neue Generation erfolgreicher Frauen in der Politik und ihre Darstellung in den Medien zeigt, dass Authentizität als wichtigstes Kriterium der Außenwirkung das reine männliche Hierarchiedenken ablöst. Das Power Dressing und das Erotische Kapital sind nicht frei von Macht, sie manifestiert sich nur anders und ist nicht länger mehr gleich männlich.

Spiegelt dieser Aufbruch wieder, welche Mode die weibliche Macht heute trägt und ob und welchen Zwängen sie noch unterlegen ist? Wie bewusst wird das Erotische Kapital wirklich eingesetzt und gibt es verschiedene Charakterisierungen und länderspezifische Unterschiede im Selbstverständnis der Kleiderwahl der Frauen in der Politik? Braucht es in Zukunft, bedingt durch diese neue Generation weiblicher Führungspersönlichkeiten, eine Neudefinierung des Power Dressings? In dieser Masterarbeit wird im Kontext von Mode und Politik geforscht. Die Thematik birgt wegen der permanenten Beobachtung, unter der Politikerinnen stehen und des Diskurses in Medien und Öffentlichkeit eine hohe Brisanz. Die Beeinflussung weiblicher Führungspersönlichkeiten durch die disziplinierende Macht der Mode, sowie durch den ständigen Imperativ der Selbstbeobachtung und -optimierung, ist ebenfalls von Bedeutung. Anhand einer hermeneutischen Bildanalyse unter Berücksichtigung des medialen Diskurses wird dieser Wertewandel in der Gesellschaft untersucht. Die gewonnenen interpretativen Erkenntnisse werden in einer Publikation in Anlehnung an die Wahlkampagnen-Ästhetik mit Slogans und einer Plakatserie visualisiert.